Die Brut und Setzzeit (1. März bis 15. Juni) hat begonnen. In einigen Bundesländern gilt nun Leinenzwang für Hunde, in Schleswig Holstein sollten Hunde im Wald (ganzjährig) und nun auch in der freien Landschaft angeleint bleiben. Felder und Wiesen sollten nicht betreten werden. Dies dient dem Schutz der dort lebenden und (am Boden) brütenden Tiere, neben Vögeln verstecken sich auch Wildhasenbabys in Erdmulden. Doch leider wird dies oft ignoriert, mit dem Gedanken, »es wird schon nichts passieren, mein Hund muss ja auch mal rennen können« oder »mein Hund bekommt das Reh ja doch nicht«.

Es stimmt natürlich in den meisten Fällen, dass der Hund ohne Beute zum Halter zurück kommt, trotzdem kann es schwerwiegende Folgen für das gejagte Wildtier haben.

Rehe regeln im Frühjahr, wie auch im Winter ihren Kreislauf herunter um weniger Energie zu verbrauchen. Im günstigsten Fall verbraucht ein Reh nur noch 40 Prozent der Energie, die es sonst im Jahr verbraucht. Daher kommen uns die Rehe in dieser Zeit oft auch zutraulicher vor, da sie nur im wirklichen Notfall fliehen. Denn um zu fliehen muss der Kreislauf voll hochgefahren werden, das kostet Energie – manches Reh schafft zwar die Flucht vor unserem Hund, aber damit ist seine Energie auch aufgebraucht und es verendet. Jetzt im Frühjahr kommt noch hinzu, dass viele Rehe hochträchtig sind oder schon ein Kitz an der Seite haben. Dass diese Tiere nicht so schnell sind kann sich jeder vorstellen. Und auch hier spielt die Energie wieder eine große Rolle – die Mütter kommen aus einem Winter mit knapper Nahrung und brauchen ihre gesamte Energie für ihr Baby. Oft verlieren die Kitze bei der Flucht den Anschluss an die Mutter und finden diese nicht wieder. Leider passiert es auch immer wieder, das Hunde trächtige Rehe, Kitze oder Wildhasenbabys erwischen und, ich glaube, niemand von uns möchte die Todesqualen eines Wildtieres miterleben, nur weil man der Meinung war »es wird schon nichts passieren«.

Also Leute, es gibt so viele tolle Dinge, die man mit seinem Hund machen kann um einen Spaziergang auch an der Leine interessant zu gestalten: Hunde können gerade auch mit Kopfarbeit müde gemacht werden. Gehorsamsübungen klingen für viele langweilig, aber die können wirklich Spaß machen. Hat der Hund erstmal begriffen, dass der Halter was von ihm will und dass er dafür Lob und vielleicht auch Leckerli bekommt, lässt sich viel spielerisch trainieren, z.B. Sitz oder Platz aus der Bewegung (es muss ja nicht perfekt sein). Bringt ihnen kleine Tricks bei, auf Wegsteine hüpfen, auf Kommando mit beiden Vorderfüßen den nächsten Baum berühren. Oder balanciert mit ihnen über umgefallene Baumstämme, sucht gemeinsam das von Euch vorher heimlich »verlorene« Spielzeug. Nutzt diese Zeit mit Eurem Hund – macht etwas gemeinsam!

Auszug aus dem Tierschutzspiegel Nr. 84, Mitgliederzeitschrift des Tierheims Weidefeld, Tierschutzverein Angeln-Schwansen e.V. Autorin: Anna Berghaus.