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Der Riese von Ulsnis

[ep] Es ist schon lange her. Und von wem es genau stammt – keine/r weiß es. Doch die Erzählung, die Sage der Vergangenheit hält sich bis heute. Und hat im Oktober 2012 ihre stählerne Manifestation bekommen. Mitten im Ort, an der Schleidörferstraße in unmittelbarer Nähe des Kindergartens.

Die Sage: Irgendwo nahe Ulsnis soll vor langer Zeit ein mächtiger Riese gewohnt haben. Er war nicht nur groß, er soll auch sehr alt gewesen sein. So gab man ihm den Namen »Der Alte«. Der Alte hatte einen Sohn. Noch größer, noch stärker als der Vater. Er wohnte südlich der Schlei, einem Ort, der heute Rieseby (wie sonst) heißt.

Gelegentlich kam es vor, dass der Alte und sein Sohn in Streit gerieten. Sie beschimpften sich lautstart über die Schlei und bewarfen sichh mit Steinen und Felsblöcken, so die Sage. Die Menschen der Region hatten sich daran gewöhnt.

Eines Tages begann der Alte in Ulsnis mit dem Bau einer Kirche. Wir wissen nicht, warum. Sein Sohn bekam das mit und beschloss, es auch zu tun. Nur sollte seine Kirche noch größer und noch schöner sein als die seines Vaters in Ulsnis. Das wiederum bekam der Vater mit und beide gerieten in einen heftigen Streit, der erst verbal, anschließend mit einem Bombardement riesiger Felsbrocken, die sie auf den Feldern fanden, eskalierte. Am Ende waren beide Kirchen getroffen und zerstört. Und je ein Felsbrocken traf annähernd gleichzeitig Vater und Sohn. Es heißt: »Der Alte fiel mit dem Kopf in die Schlei hinaus, und dadurch bildete sich die Halbinsel Nes am Gunnebyer Noor, und nach dem Alten nannte man den Ort Ulsnis. Den Wohnort des Jüngeren nannte man Rieseby.“

Andi Feldmann, ein im Ort lebendes Allround-Genie, erschuf den stählernen Riesen. 9oo kg schwer, auf einem Fundament mit einem Gewicht von 14 Tonnen. Der Stein, »Klumpi« genannt, besteht aus Kunststoff. Also keine Angst.

Sollten Sie irgendwann in Ihrem Leben Anfang August nach Ulsnis kommen: Lassen Sie sich die Geburtagsfeier nicht entgehen. Sie findet jährlich statt. Und der Künstler gibt Autogramme – wenn Sie ihn darum bitten.

Der Riese von Ulsnis
Foto: Andi Feldmann